mensa-2020-detail-750219-2

 

Design generieren mittels KI? Erstaunlich.

07 Sep 2023

Wir haben es – wie Millionen Andere auch – ausprobiert: Kann man mit Künstlicher Intelligenz kreativ sein, und wenn ja, was kommt dabei raus? Die Antwort ist nicht ganz einfach, aber ich versuche es mal. Nach unserer intensiven Beschäftigung mit der Saarbrücker Mensa hatten wir im Projektverlauf sehr viel über die Mensa, den Künstler Hajek und den Architekten Schrempf gelernt. Zwischenzeitlich kam ChatGPT und ich stellte mir die Frage: Könnte man die Mensa mit Hilfe von KI nachempfinden, vielleicht sogar besser machen?

Es gibt eine Vielzahl verfügbarer Bildgeneratoren, wir haben uns für eine einfache Varianten entschieden, jene von Bing. Und los gehts. Es war nicht ganz einfach, eine passende Forumlierung für den Auftrag zu finden. Nach einigem Hin und Her fand sich eine Formulierung mit Schlagworten wie Brustalismus, Speisesal, Mensa, Studenten, Skulpturen u.ä. die ganz passable Ergebnisse ausspuckte.

Das Ganze dauerte vielleicht 3 Minuten bis zum Bildergebnis, und das war dann schon mal beeindruckend (keines der hier gezeigten Objekte ist real). Wir haben den Vorgang dann noch mehrmals wiederholt, immer mit der gleichen Fragestellung, haben etwa 10 Bilder generiert – und waren dann trotz der guten Ergebnisse doch etwas enttäuscht. Denn jedesmal entstand etwas anderes, noch nicht einmal ähnlich zum vorangegangenen Ergebnis. Ähnliches berichten auch andere Tester, die beispielsweise ein dystopisches Kinderbuch (haha) mit KI illustrieren wollten. Es entstand zwar beeindruckend finsteres Bildmaterial, aber trotz aller Bemühungen kein Duktus, die Ergebnisse blieben zusammenhangslos bis auf ein wenige Merkmale.

So ging es uns auch. Was aber ist die Moral von der Geschichte?

In erster Linie die Erkenntnis, dass KI-Engines kreative Prozesse derart befeuern, dass ein Verzicht auf solche Tools nur noch Nachteile mit sich bringt. Das gilt jedoch nur für die initialen Schritte beim Füllen weisser Blätter. Ist eine grundsätzlich gute Idee gefunden (ob nun mit KI oder ohne), dann ist die weitere Entwicklung mit gewissen Zielsetzungen und Sinnzusammenhängen derzeit immer noch eine Arbeit für Profis. Insbesondere dann, wenn über einen längeren Zeitraum ein gewisser Ton gehalten werden muss.

Aber das ist eine Momentaufnahme. Ich glaube nicht, dass es noch sehr lange dauern wird, bis auch diese Domaine von den Generatoren unterwandert und erobert wird. Aber letztlich wird die Maschine auch nur das liefern, wonach man gefragt hatte. Was wiederum in den Reihen der Kreativen eine neue Generation von »Formulierern« hervorbringen wird, die neue menschliche Vorstellungen und Imaginationen maschinensprachlich soufflieren und die Apparate so zum Klingen bringen. 

Es sind also neue Instrumente entstanden, die uns helfen, schneller kreativ und schöpferisch zu sein, tolle Sache. Aber wirklich kreativ sind die Engines nicht, sie bedürfen immer noch eines menschlichen Inputs – und je besser der ist, um so besser sind die Ergebnisse. Das ist mit einer Stradivari nichts anderes. Wenn z.B. ich sie in die Hand nehmen würde, dann käme nur schrecklicher Lärm heraus.

Nicht der KI müssen wir also vertrauen können, sondern den Menschen, die sie benutzen.

Besser zu werden heisst für uns also in erster Linie diese Willkürlichkeit zu überwinden, die es mitunter noch schwierig macht, KI effektiv zu nutzen. KI kann ebenso Inspiration sein wie Manifestation, sie ist ein vielversprechender Weg, um aus vagen und zaghaften Formulierungen klare Ansagen zu entwickeln. Aber sie nimmt uns auch in die Pflicht, Qualität, Durchdringung und Ausdruckskraft in unsere Kunst zu packen. Denn oberflächlich kann die KI gut …

Und wäre nun einer dieser KI-Outputs besser gewesen als die Saarbrücker Mensa? Eher nicht. MF

Zurück zur Übersichtsseite

Zahlreiche KI-Engines ermöglichen es, verbale Gestaltungswünsche in konkrete Bilder umzusetzen. design mittels KI – die Ergebnisse sind beeindruckend bis ernüchternd. Die Branche kann sich auf was gefasst machen.

Neuere Themen:

Mensa Dauerausstellung in Foyer und Speisesaal – Universität des Saarlandes
Im Juni 2023 wurde die Dauerausstellung als zweiter Projektabschnitt im Ausstellungsprojekt 50 Jahre Mensa feierlich eröffnet …

Ältere Themen:

Mensa WebApp & virtuelles Modell
Im Jahr 2020 feiert die Mensa in Saarbrücken ihr 50-jähriges Jubiläum – zumindest war das der Plan. Und dann kam Corona, und alles lief anders als geplant.

Designschutz – braucht man den?
Ein Designschutz über das Deutsche Patent- und Markenamt ist wahrlich kein Luxus …

Warum eine Designagentur keine Werbeagentur ist
Begriffsklärungen und Differenzierungen eignen sich sehr gut zum Aufbau einer Landingpage, indem man Schlüsselworte sinnvoll zueinander in Beziehung bringt. Diese Seite ist so eine.

Praxis 24/7 – Verfügbarkeit ersetzt Erreichbarkeit
Verfügbarkeit ersetzt Erreichbarkeit. Praxis 24/7 bringt Entlastung und Ausfallsicherheit mit Direkt-Service über das Internet …

© 1996-2024 f:kom // feld kommunikation & design · Semperstrasse 24 in 66123 Saarbrücken · Saarland
Design-Agentur für visuelle, analoge und digitale Kommunikation | Beratung | Konzept | Corporate Design | Internet | Coaching

  Start    Kontakt    Impressum    Datenschutz