Das Satellite-Funnel-Prinzip

24 May 2017

Die Suchmaschine ist eine Zicke. Wenn man etwas von ihr haben möchte, muss man genau das tun, was sie von einem verlangt. Womit wir schon beim Thema wären: Dienst nach Vorschrift. Ist es wirklich das, was man tun muss, um dann gut gefunden zu werden?

Aber der Reihe nach. Suchmaschinen sind mittlerweile so intelligent, dass sie sehr fehlertolerant auf Sucheingaben reagieren und dennoch plausible und passende Ergebnisse liefern. Bei der Verankerung von Content im Index gelten jedoch andere Regeln, und die gibt die Suchmaschine vor. Eine aus meiner Sicht recht effektive Methode zur Erziehung des Webvolks. Denn folgt es nicht, so wird es bestraft.

Wie macht man es denn jetzt richtig?

Es gibt dazu wahrscheinlich so viele Theorien wie SEO-Berater, aber mein Erfahrungswert aus vielen Projekten lautet: über die Qualität von Inhalten. Stimmt die Qualität von Inhalt, Struktur, Verlinkung und Code-Qualität der Seiten, so wird man mit der Suchmaschine seine Freude haben. 

Meta-Tags sollten stimmen und das Dokument wenn möglich valide sein. Keywords im Metabereich spielen eine untergeordnete Rolle, in Text und Headlines aber eine große Rolle. Discriptions sind wie Seitentitel und Dateinamen sehr wichtig. Man sollte sie aber später nicht mehr ändern, das hat negative Folgen.

Die Verlinkung der Inhaltsblöcke und Seiten untereinander ist wichtig. Generell empfiehlt es sich, alles vorher zu skizzieren und zu planen, und dementsprechend aufzubauen. Zum Schluss übermittelt man der Suchmaschine eine automatisch generierte Sitemap, dann weiss sie sofort Bescheid und spürt schon, dass man es ernst meint. Machen wir auch so.

Inhaltliche Qualität?

Ja, was darf man sich darunter vorstellen? Besondere Prosa, Drama, Verse? Wohl kaum, es geht vielmehr um die Homogenität der vorgehaltenen Inhalte. Und die ergibt sich aus Themenseiten, die man zueinander in Beziehung bringt, um einen zentralen Begriff herum.

Nehmen wir als Beispiel ein spezielles Werkzeug zur Gartenpflege, einen "Vertikutierer". In unserem Schaubild symbolisiert durch den großen roten Punkt. Ein spezielles Gerät, welches sich für viele Stadtmenschen nur über den Kontext "Rasenpflege" erschliesst. Das könnte der kleine orangene Punkt sein. In diesem Zusammenhang kann man auch über "Moos" und "Unkraut" sprechen, violett und grün. Bestimmt auch über "Rasenmäher" und "Düngemittel", blau und rosa. Zuletzt vielleicht noch ein Wort zum "Ziergarten", ganz am Rande in grau. Idealerweise haben Sie alle genannten Produkte im Regal Ihres Ladens, und Sie können zu globalen Themen wie Rasenpflege auch noch Sekundärliteratur anbieten.

Mal von oben betrachtet …

Nehmen wir die Draufsicht, so erinnert das Zentralgestirn mit den es umkriesenden Satelliten durchaus an ein Planetensystem. Alles steht in einem Zusammenhang, und wenn man den Bogen nicht zu weit gespannt hat, ist der Weg vom Ziergarten zum Vertikutierer kein weiter – selbst wenn er über Zwischenstationen wie z.B. Moos führt.

Die Beschreibung des zentralen Themas wird durch die Satelliten zu einer vollständigeren Information, die somit mehr Qualität hat. Vor allen aber wird dadurch ein größeres Netz gespannt, um mehr Suchanfragen zu fangen.

Natürlich könnte man das alles auch auf eine Seite schreiben, aber besser wird es dadurch nicht. Eher unübersichtlicher. Deshalb belohnt die Suchmaschine die Unterteilung auf mehrere Seiten. Die, wenn sie nicht zu kurz gehalten sind, eine deutliche Aufwertung der Gesamtdarstellung darstellen.

Die hellblauen Pfeile der Draufsicht zeigen die Verlinkung der Dokumente untereinander auf, die auch gerne etwas komplexer sein darf. Erliegen Sie aber bitte nicht der Binsenweisheit "viel hilft viel". Das stimmt so nicht. Gleichzeitig sind die bunten Punkte auch Sinnbild für eine gewisse Schlüsselwort-Dichte um den Kernbegriff herum. Mal näher, mal ferner, aber nie ohne Bezug – also nie zu weit weg.

Der Perspektivwechsel macht es deutlich

Letztlich ist die Verlinkung über Navigation und Textlinks dazu gut, den inhaltlichen Radius des zentralen Begriffes über die verbundenen Satelliten zu erweitern. So entsteht aus einem einzelnen Punkt ein Geflecht aufeinander bezogener Punkte, das den Leser/Sucher ohne Druck mit kompakten Argumenten zum zentralen Thema führen. Man kanalisiert die Recherche des Besuchers. Beim Befüllen einer Flasche benutzt man einen Trichter. Sehr ähnlich. Beim Reinschütten darf man dann ruhig unpräzise sein, alles landet trotzdem dort, wo es hingehört. Trichter = Funnel. Ah, Satellite-Funnel.

Das klingt zwar nach unnötigem Aufwand, aber der indifferente Sucher findet auf diesem Weg vielleicht mehr Argumente für einen Vertikutierer als er suchte. Und vielleicht kauft er zusätzlich zum Vertikutierer auch noch den Rasenmäher und besagtes Buch …

Wenn Sie jetzt eine Verlag für Gartenbücher haben, haben Sie natürlich einen anderen roten Punkt, aber Sie können nach dem selben Prinzip vorgehen. Und dann vielleicht erfolgreich Rasenmäher im Buchladen verkaufen, wer weiß?

Nutzen Sie den Satellite-Funnel und vermeiden Sie Duplicate Content

Nutzen Sie das Prinzip unseres Satelliten-Trichters, um Ihre Kunden zu Produkt und Peripherie zu lotsen. Sie untermauern Ihre Glaubwürdigkeit, nicht nur gegenüber der Suchmaschine. Der Markt wird es Ihnen danken.

Vermeiden Sie aber auf jeden Fall Duplicate Content. Selbst wenn auf Ihren Seiten alles top beschrieben, verlinkt und programmiert ist und kein Satz doppelt vorkommt, können Sie sehr einfach in die Falle der inhaltlichen Doublette tappen. Und die Suchmaschine wird Sie dafür bestrafen.

Wie das geht? Nun, ganz einfach. Ihre perfekten Seiten laufen unter vertikutierer.xyz. Um es dann besonders gut zu machen, erwerben Sie auch noch die Domains rasenpflege.xyz und unkraut-weg.xyz, und lassen diese beiden auf die gleichen Verzeichnisse weisen wie die Hauptdomain. So ensteht nicht nur Duplicate, sondern Triplicate Content (sage ich jetzt mal so :) – exakt gleicher Inhalt auf unterschiedlichen Domains. Dafür werden Sie garantiert abgestraft – und Ihr Angebot versinkt in der Bedeutungslosigkeit. Besser sind jeweils eigene index.html für die beiden zusätzlichen Domains, in eigenen Verzeichnissen, mit einem Link oder 301 zu vertikutierer.xyz. Damit wird die Katastrophe vermieden. Glauben Sie mir, ich weiss wovon ich rede ;-)

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