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This is not America

Marcus FeldUnvollständig, unrichtig und obendrein auch noch unverschämt: Die Saarbrücker Zeitung hat mal wieder zugeschlagen. In ihrem Artikel zur Aufstellung der Solar Peace Sculpture an der Universität des Saarlandes hat die SZ-Mitarbeiterin Sabine Graf deutlich gemacht, wie schwer sie sich mit Fred Georges Skulptur tut. Oder ist es einfach nur eine bestimmte Art von Künstler, mit dem es nicht klappen will?

Zu Graf's Unterstellung, dass hier Sponsorengelder verschwendet würden, muss man ihr sagen: Kein Sponsor brachte bares Geld in dieses Projekt. Es wurde ausschließlich aus privaten Mitteln des Künstlers finanziert, darunter auch Gelder aus dem Nachlass seiner verstorbenen Schwester 'Kip' George, die das Projekt nachdrücklich unterstützte. Daneben waren es die vielen weiteren Unterstützer, die umsonst oder für ganz wenig Geld arbeiteten – darunter die HTW und die Universität des Saarlandes. Stadt und Land kostete der Spass keinen Pfennig.

Zur weiteren Auseinandersetzung "mit dem Verhältnis von Wissenschaft, Gesellschaft und Technik - intelligent und auf wahrlich künstlerischem Niveau" würde Graf wahrscheinlich nach diesem Recherchelapsus niemand mehr zitieren wollen, denn die zehn Finger an ihren Händen reichten nicht aus, um die Anzahl der Ölfässer auf dem Titelfoto richtig zu bestimmen.

Zum Tippen reicht es jedenfalls. Und so klingt ihr Erguss ohne jede Not ähnlich wie jener Verriss, den man schon einmal in Sachen Fred George von einem Ihrem SZ-Kollegen Rolshausen erleben durfte. Fred Georges Galerist aus Frankfurt kommentierte das damals so: "Schauen Sie doch mal über Ihren Tellerrand hinaus, das bildet enorm". Dem kann man sich eigentlich nur anschließen.

Fraglich bleibt ihre Behauptung, dass "die Skulptur in der Kunstszene umstritten ist", weil sie die Belege dafür schuldig bleibt. Dass Sabine Graf die Expertise von Fred George in vielen Bereichen ebenso konsequent ausblendet wie seine künstlerische Reputation in den USA, wiegt schwer. Darüber hinaus ist es ihr keine Zeile wert, dass die Skulptur sich im Rahmen eines universitären Projektes multimedial und interaktiv mit unserer Welt vernetzen wird. Warum schweigt sie dazu?

Saarbrücken ist eben nicht Amerika, so viel ist klar nach dem SZ-Artikel. Fred George sagte dazu einmal im Interview des SR: "It's a different scale, definitely." Das hat er freundlich formuliert, danke.

Unsere Haupstadt liegt zwar nur im Randbereich des Landes der Dichter und Denker, aber viel dichten und wenig dabei denken ist auch hierzulande keine große Kunst. Ach ja, diese Kunst. Dabei ist die Botschaft doch so einfach, die Metapher der Komposition so klar: Denkt um, es ist an der Zeit. Und bleibt friedlich dabei.

Marcus Feld

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Zuletzt geändert am: 14.02.2011